Geschichte

Die Erstbesiedelung erfolgte vermutlich um das Jahr 955. Im 11. Jahrhundert wird der Ort als wehrhaftes Angerdorf angelegt und scheint damals als Ruprechtsdorf auf. Es dürfte nach einem Mann namens Ruprecht benannt sein, der in den Eichenwäldern als Köhler seinem Erwerb nachging. 1267 wird der Ortsname urkundlich erwähnt, wobei im ältesten Besitzverzeichnis Niederösterreichs 50 bäuerliche Ansitze, größere „Beneficia“ (die späteren Ganz- und Halblehner) und kleinere „Area“ (Hofstätter) eingetragen sind. Die Schenkung des Waldes bei der Pirnbaumleitn 1323 und einer weiteren Waldschenkung 1383 geben dem Ort durch Forst- und Jagdnutzung eine wirtschaftlichere Grundlage. Nach der Erhebung zum Markt 1324, hat kein Adeliger mehr das Recht sich im Burgfried ansässig zu machen und der Marktrichter darf von den Bürgern gewählt werden. Dieser hat mit seinen Viertelsvertretern (Geschworenen) die Aufgabe Recht zu sprechen und ist dadurch auch Herr über Leben und Tod. Seit dem ersten Freiheitsbrief 1369 erteilt, untersteht der Flecken direkt dem Herrscherhaus, was in der Folge immer wieder urkundlich bestätigt wird. 1347 wird die Pfarre selbstständig und gehört zum Patronat der Kartause Mauerbach.

Die Pfarre ist ab dieser Zeit für den Schulbetrieb zuständig. Um 1513 schmücken eine romanische und eine gotische Kirche, sowie eine Allerheiligenkapelle den von Mauern umgebenen Kirchenplatz. 1517 wird eine Lichtsäule (Pestsäule) und 1713 die Dreifaltigkeitssäule auf dem Marktplatz errichtet. Nachdem das 1613 errichtete Schenkhaus 1725 abgebrannt war, erhält das Rathaus mit dem  „Würtshaus“ durch den Neubau 1739 sein heutiges Aussehen. 1755 kaufen sich die Besitzer der 151 bestifteten Häuser um die Summe von 48.000 Gulden für immer vom Kaiserhaus frei. Nach Aufhebung der Kartause Mauerbach 1782 kommt die Pfarre unter die Patronanz des Religionsfonds. Nach der Auflösung des Benifiziums „Omnium Sanctorum“ ist ein hoher Geldbetrag vorhanden, der zum Bau der heutigen Kirche verwendet wird. In den Jahren 1788 bis 1790 wird anstelle der gotischen Kirche und der Kapelle auf dem Kirchenplatz die weithin sichtbare spätbarocke Pfarrkirche erbaut. Die romanische Kirche wird bis zum Gewölbe abgetragen, rundum auf das heutige Niveau aufgeschüttet und seitdem als Karner genutzt. Dass Musik in der Gemeinde immer schon gepflegt wurde, zeugt eine Rechnung des Magistrates von 1715 wo 2 Trompeten für die Kirche gekauft wurden.
Während der napoleonischen Kriege zwischen 1805 und 1809 waren Französische und 1866 Preußische Besatzer im Ort einquartiert. 1945 ist Hohenruppersdorf Kriegsschauplatz, wobei während der Kampfhandlungen 31 Privatpersonen ums Leben kommen und 120 Gebäude schwerst beschädigt werden. Das Dach des Kirchturmes und das Kirchendach werden ein Raub der Flammen. Der emsige Wiederaufbau beseitigt langsam die Spuren der Verwüstung, die Volksschule und die Dreifaltigkeitssäule werden saniert, der Kirchturm erhält ein neues Geläut. Durch den Bau einer Wasserleitung in den Jahren 1952 bis 1955 kann jeder Haushalt direkt versorgt werden. Im Ort waren bis dahin nur einige öffentliche und etliche Hausbrunnen vorhanden aus denen ein Großteil der Bevölkerung das Wasser bezog. Die steinerne Wasserträgerin im Springbrunnen am Marktplatz und der heute noch manchmal hörbare Ausspruch: „In Hohenruppersdorf gab es oft mehr Wein als Wasser“ soll uns an diese Zeit erinnern.
Die neue Volksschule, benannt nach dem damaligen Landeshauptmann von Niederösterreich Eduard Hartmann, wird 1966 feierlich eröffnet und das neue Rathaus 1979 in betrieb genommen. Die Einweihung des neuen Depots der Freiwilligen Feuerwehr 1984, konnte mit deren 90 jährigem Bestehen gefeiert werden. Mit dem Bau eines Mischwasserkanalsystems und der Erneuerung des Straßennetzes wird einer neuen Lebensqualität im ländlichen Raum Rechnung getragen. Die Zustimmung zur Errichtung einer Müllbehandlungsanlage und die Ansiedlung des Gemeindeverbandes für Aufgaben des Umweltschutzes in den Jahren 1991/92, sowie der Bau eines Veranstaltungssaales und die Sanierung des Gemeindegasthauses 1998 rücken den Ort wieder in den Blickpunkt der Region. Hohenruppersdorf ist seit jeher als bedeutender Weinbauort bekannt und hat auf diesem Sektor immer noch Einiges zu bieten. In der Gemeinde wird immer noch ein intensives Dorf- und Vereinsleben gepflegt und bietet dem Besucher viele mögliche Abwechslungen. Das 1987 herausgegebene „Hohenruppersdorfer Heimatbuch“ spiegelt die belebte Geschichte des Ortes und dessen Bewohner. (Erhältlich am Gemeindeamt).